AG Geschichte der Luft- und Raumfahrtmedizin

Wirth D O (2015): Untersuchung und Förderung der körperlichen Leistungsfähigkeit von Piloten der Luftstreitkräfte der DDR.

Wehrmedizinische Monatsschrift 59 (2015), 9-10/2015, S. 24-30, ISSN 0043-2156

Die ergometrische Leistungsprüfung erfolgte im Institut für Luftfahrtmedizin (ILM) der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) der NVA und war Bestandteil der flugmedizinischen Begutachtung und der selektiven Kontrolle des psychophysischen Konditionszustandes der Angehörigen des fliegenden Personals aller Verwendungen und Altersgruppen. Sie wurde generell als ärztliche überwachte Untersuchung und Überprüfung durchgeführt und elektronisch sowie als Ergebnisausdruck dokumentiert und archiviert.

Die Leistungsprüfung und -untersuchung erfolgte auf einem Fahrradergometer mit einer stufenförmig ansteigenden Belastung bis zur individuellen Maximalleistung (Vita Maxima) unter ärztlicher online-Kontrolle respiratorischer und kardiovaskulärer Parameter. Der Abbruch der Belastung erfolgte bei subjektiver Erschöpfung oder dem Auftreten allgemein anerkannter medizinischen Abbruchkriterien. Untersucht wurden Flugzeugführer auf Jagd- und Transportflugzeugen, Hubschrauberführer und Offiziersschüler in Ausbildung zum Flugzeug- oder Hubschrauberführer.

Die ergometrische Untersuchung gehörte auch zum Untersuchungsstandard für Piloten anderer Länder, die allerdings an solch eine hohe ergometrische Anforderung und maximale Willensanstrengung zum Teil nicht gewöhnt waren. Bei Personen aus dem zivilen Bereich wurden derartige Untersuchungen zur nur vereinzelt bei Spitzensportler der DDR verschiedener Disziplinen durchgeführt.  

Im Interesse einer vielseitigen körperlichen Entwicklung und ihres Erhalts wurden vielfältige Formen der psychophysischen Konditionierung genutzt. Dazu gehörten Formen des sportlichen Trainings, der allgemeinen physischen Ausbildung und der körperlichen Aktivität insgesamt, ergänzt durch physiotherapeutische Maßnahmen und zum Teil integriert einige psychoregulative Verfahren. In Abhängigkeit von der fliegerischen Verwendung als Flugzeugführer auf Jagdflugzeugen oder Transportflugzeugen oder als Hubschrauberführer wurden die Schwerpunkte der physischen Ausbildung variiert. Außerdem wurden medizinisch indizierte Konditionierungsmaßnahmen zum Teil unter Teilnahme der Ehefrauen durchgeführt.

Arbeitsgruppe


 

Geschichte der Luft- und Raumfahrtmedizin


Leiter: Dr. med. Victor Harsch

 

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