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Grußwort der Präsidentin

Dr. C. Stern, Präsidentin der DGLRMLiebe Mitglieder der DGLRM,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie ganz herzlich als Ihre neue Präsidentin und freue mich über das Vertrauen, das mir die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin mit dieser Wahl ausgesprochen haben. Meinem Vorgänger Herrn Oberstarzt a. D. Dr. Kimmich danke ich sehr für sein persönliches Engagement, seine Aktivitäten und seine Unterstützung.

Die Medizin, und insbesondere die Flugmedizin, stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen, denen sich auch unsere DGLRM stellen muss. Damit folgen wir einer Tradition: Die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag und im Laufe dieser Jahre haben fünfzehn zivile und militärische Präsidenten der Gesellschaft vorgestanden und sie durch gute, aber auch schwierige Zeiten geführt.

Durch den stetigen Anstieg des Luftverkehrs und damit verbundenen medizinischen Fragestellungen für Flugzeugbesatzung und Passagiere, sowie den steigenden körperlichen Anforderungen an militärische Piloten nahm die Zahl der Flugmediziner rasch zu. Die Glanzzeit der deutschen Raumfahrtmedizin durch die D-Missionen und Mir-Mission, eröffnete uns Raumfahrtmediziner nicht nur die Möglichkeit interessante humanphysiologische Experimente in der Schwerelosigkeit durchzuführen, sondern auch öffentliche Aufmerksamkeit zu finden und neue wissenschaftliche Mitglieder in die DGLRM aufzunehmen. Die so in den 80er und 90er Jahren erworbenen Erkenntnisse sind immer noch aktuell und momentan international wieder sehr gefragt.

Dies war auch der Zeitraum, in dem sich die DGLRM verstärkt wissenschaftlich ausrichtete und die niedergelassenen Kollegen häufig alleine ließ. Ich möchte die vor Ort arbeitenden Flugmediziner, die Praktiker, wieder vermehrt in die DGLRM und den Translationsprozeß einbinden und ihre Fragestellungen aufnehmen – aus der Theorie in die „Praxis“.

Die Medizin steckt zurzeit in einer personellen Krise. Immer mehr Arztstellen in Praxen auf dem Lande, in Krankenhäusern und selbst in Unikliniken bleiben unbesetzt. Diese Krise hat auch die Flugmedizin erreicht, der Nachwuchs bleibt aus. Die „Jungmediziner“ nehmen die langwierige und kostenintensive Ausbildung bei unsicheren Zukunftsaussichten nicht mehr auf sich. Probleme bei bemannten Langzeit-Raumfahrtmissionen, aber auch die Vision vom Flugzeug ohne Piloten an Bord stellen langfristig besondere Herausforderungen zum Erhalt der Luft- und Raumfahrtmedizin dar. Demzufolge ist die Nachwuchsförderung zur Gewinnung junger Mitglieder ein wichtiger Aspekt der Vorstandstätigkeit der nächsten Jahre.

Die Globalisierung macht auch vor der DGLRM nicht halt. Die „Dachorganisation“ der European Society of Aerospace Medicine wurde durch Initiative unserer Mitglieder Professor Landgraf, Professor Stüben und Dr. Bergau gegründet und wird inzwischen bei der Europäischen Luftfahrtbehörde (EASA) und der Aerospace Medical Association (AsMA) gehört. Ich habe die DGLRM im ersten Vorstand der European Society of Aerospace Medicine vertreten, Professor Pongratz ist Verbindungsmann zur AsMA. Ich halte es für sehr wichtig auch langfristig auf dieser europäischen Ebene vertreten zu sein, um einerseits unsere Vorstellungen und Ideen dort einbringen zu können und andererseits die Vorstellungen der Kollegen aus Europa kennen zu lernen. Deshalb erfreut es mich auch sehr, dass wir unsere Vizepräsidentin Frau Dr. Ledderhos vor wenigen Wochen im Vorstand der European Society of Aerospace Medicine platzieren konnten.

Meine Erfahrung und Mitarbeit in europäischen Gremien und der European Society of Aerospace Medicine, sowie meine Aufenthalte bei der NASA und der U.S. Air Force geben mir die Möglichkeit, die DGLRM noch stärker in den immer wichtiger werdenden internationalen Rahmen einzubinden. Aus diesem Grunde freue ich mich besonders, dass bereits über 60 Kolleginnen und Kollegen ihre Teilnahme an der Tagung der Aerospace Medical Association im Mai in Anchorage zugesagt haben. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie bereits zur DGLRM Sitzung am 9. Mai in Anchorage einladen. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem AsMA Programm-Beiblatt.

Durch meine flugmedizinische Ausbildung am Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck, sowie meiner raumfahrtmedizinischen Erfahrung und Tätigkeit bei der D2 Mission und der European Space Agency (ESA) und meiner derzeitigen Tätigkeit im Flugmedizinischen Zentrum am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR vertrete ich sowohl die flugmedizinischen, als auch die raumfahrtmedizinischen, die wissenschaftlichen, und auch die Anwender orientierten Aspekte in der DGLRM und kann so verbindend tätig werden. Doch was wäre der Vorstand ohne die Unterstützung der Mitglieder? Deshalb appelliere ich an Sie: Bringen Sie sich ein, in Arbeitsgruppen oder im Vorstandsrat und speziell bei unseren wichtigen Jahrestagungen. Die Programme unserer Jahrestagungen zeichnen sich durch hohe Qualität der Vorträge aus. Dieses hohe Niveau soll im Jahre 2011 sogar noch gesteigert werden.

Wir haben das große Glück als Veranstaltungsort unserer diesjährigen Jahrestagung das Technik Museum in Sinsheim gewonnen zu haben. Das Museum bietet durch die Ausstellung von Flugzeugen wie der Concorde, der Tupolev 144 und der „Tante JU“ ein ganz spezielles Ambiente, welches einen idealen Rahmen für eine erfolg- und erlebnisreiche Tagung bietet. Spezielle, sonst nicht verfügbare Führungen für Tagungsteilnehmer und auch Begleitung (Partner/-in und Kinder) sind geplant. Und für die Fußballfans ist eine Führung durch die Rhein-Neckar-Arena der TSG 1899 Hoffenheim geplant. Tagung und Wohnen finden unter einem Dach im Hotel Sinsheim statt. Kommen Sie nach Sinsheim und bringen Sie Ihre Familie mit zu diesem großen Geburtstagsfest der DGLRM.

 

Ich freue mich auf Sie!

Dr. Claudia Stern

 

 

Anschrift

DGLRM e.V., Niels Adams, Postfach 41 02 04, 50862 Köln

geschaeftsstelle[at]dglrm.de

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