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Bericht über die Delegiertenkonferenz der AWMF am 08.05.2021 (online)

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) ist der deutsche Dachverband der Fachgesellschaften der Medizin. Seit 1995 koordiniert die AWMF die Entwicklung von medizinischen Leitlinien für Diagnostik und Therapie durch die einzelnen wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften in D.

Derzeit sind 183 wissenschaftliche Fachgesellschaften mit zusammen rund 280.000 Mitgliedern in der AG vertreten. Der Verband wurde am 10. November 1962 in Frankfurt a.M. von 16 Fachgesellschaften gegründet, er ist als gemeinnützig anerkannt (Förderung der Wissenschaft), die DGLRM e.V. ist seit 2015 Mitglied.

Am 14. November 2020 fand die Delegiertenkonferenz erstmals online statt. Als amtierender Präsident der DGLRM e.V. habe ich als stimmberechtigter Delegierter an der Konferenz teilgenommen.

Über die Leitlinien habe ich in meinem Bericht vom 14. November 2020 ausführlich geschrieben.

Zum Verlauf:

147 Teilnehmer, die Präsidenten der Fachgesellschaften oder ihre Vertreter waren eingeloggt (zur Wahlzeit). Es gab anfangs Probleme mit einem separaten Abstimmungstool.

Der amtierende Präsident Prof. Dr. med. Rolf Kreienberg (seit 2015 im Amt), befindet sich gerade auf Reha und konnte persönlich nicht an der Delegiertenkonferenz teilnehmen. Die Sitzung wurde von einem seiner zwei Stellvertreter Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede (DPG; Lehrstuhleiter Neurophysiologie der Medizinischen Fakultät Mannheim) geleitet, der auch den Rechenschaftsbericht vorlas. Drei Schwerpunkte gab es im Bericht: Aktivitäten während der COVID-19- Pandemie, Perspektiven des digitalen medizinischen Wissensmanagements für die Gesundheitsversorgung und die Finanzierung von Leitlinien. Zu jedem Schwerpunkt ein Beispiel: Es wurde 2020 eine Task-Force COVID-19-Leitlinie gebildet. An dieser sind 40 Fachgesellschaften beteiligt, 14 S1-, 1 S2k- und 2 S3-Leitlinien wurden erstellt. Am 11. Dezember 2020 fand dazu das „Berliner Forum der AWMF Digitales Medizinisches Wissensmanagement statt. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA, ist das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Deutschlands. Er ist durch den Gesetzgeber beauftragt, in vielen Bereichen über den Leistungsanspruch der Solidargemeinschaft von etwa 73 Millionen in Deutschland gesetzlich krankenversicherten Menschen rechtsverbindlich zu entscheiden. Sitz der Organisation ist Berlin-Charlottenburg) stellt jährlich 5 Mio. € für die kommenden 5 Jahre zur Verfügung.

Anschließend berichtete Prof. Dr. Matthias Frosch (Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg) über die Aktivitäten und Pläne des Medizinischen Fakultätentages, es geht um die Neuausrichtung des Medizinstudiums (NKLM), welches in den Händen der Medizinischen Fakultäten liegt. Die Lernzielkataloge NKLM (Nationaler Kompetenzbasierter Lernzielkatalog Medizin) und NKLZ (Nationaler Kompetenzbasierter Lernzielkatalog Zahnmedizin) definieren Kompetenzen, die sich am Berufsbild des Arztes und des Zahnarztes orientieren und die nach Abschluss des jeweiligen Studiums vorliegen sollten. Dazu zählen neben Wissen und Fertigkeiten auch übergeordnete Lernziele wie Haltungen, Wissenschaftskompetenzen und sogenannte Soft Skills. Hier hat der AWMF eine wichtige externe Beraterfunktion, das Thema ist nicht spannungsfrei. Nur so viel, das Medizinstudium wird teurer, „31-37 T € p.a. und Erstsemesterstudienplatz“. Er fasste die Entwicklung so zusammen, die Pandemie führt dauerhaft zu Veränderungen der Lehre, trotz erheblicher Einschränkungen gab es bisher keine wesentlichen Verzögerungen im Studium (Regelstudienzeit). Im zweiten Teil berichtete Herr Frosch über des Netzwerk Universitätsmedizin, hier sind 36 universitätsmedizinische Standorte beteiligt, es geht hier um die Förderung der universitären Wissenschaft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit 150 Millionen Euro den Aufbau des Forschungsnetzwerks, um die Forschungsaktivitäten der deutschen Universitätsmedizin zur Bewältigung der Covid-19 Pandemie zu stärken. „Das Netzwerk hat zum Ziel, Maßnahmenpläne, Diagnostik- und Behandlungsstrategien möglichst aller deutschen Universitätskliniken zusammenzuführen und auszuwerten. … In einem für die Universitätsmedizin wegweisenden Ansatz sollen zwischen Forschung und Krankenversorgung Interaktionsstrukturen entwickelt werden, die eine effektivere Rückkopplung und Übersetzung von klinischen Fragen in neue Forschungsansätze gewährleisten. Zur Umsetzung bedarf es einer sehr leistungsfähigen Unterstützungsstruktur, die mit dem “Netzwerk Universitätsmedizin“ aufgebaut werden soll. Der Aufbau dieser Struktur dient auch ganz wesentlich dem Ziel, künftigen Krisensituationen schneller, schlagkräftiger und besser vorbereitet begegnen zu können. … Es folgt den Leitlinien „Infektionen verhindern“, „Gesundheitsversorgung aufrechterhalten“ „Optimal behandeln.““

Danach folgte der Haushaltabschluss 2020, der Bericht der Kassenprüfer, die Entlastung des Präsidiums und die Wahl der Kassenprüfer 2021.

 

Anschließend wurde die Wahl eines neuen Präsidenten, zweier Stellvertreter und des Präsidiums (6 Personen) durchgeführt. In Abwesenheit wurde Prof. Dr. med. Rolf Kreienberg (DGGG) als Präsident der AWMF mit großer Mehrheit wiedergewählt (109 der 147 Delegierten waren stimmberechtigt), ebenfalls wurden die beiden Stellvertreter, Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake (DGMKG, Göttingen) und Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede (DGP) mit großer Zustimmung gewählt, ebenso die sechs Präsidiumsmitglieder. Von neun Gewählten, ist eine Frau im Präsidium dabei (Prof. Dr. Claudia Spies (DGAI)).

 

Nach der Wahl wurde der Antrag auf Aufnahme der Dt. Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin beraten. Diese Fachgesellschaft gibt es seit 1997, Sitz ist in Köln, hat 1974 Pädiater als Mitglieder. Herr Prof. Dr. Christian Vogelberg der Universität Dresen hat die Fachgesellschaft vorgestellt. Für eine Aufnahme ist eine Zustimmung von 75% der anwesenden Delegierten erforderlich, die Fachgesellschaft wurde mit 91% Zustimmung aufgenommen. 10 weitere Gesellschaften und Arbeitsgruppen hatten auch einen Aufnahmeantrag gestellt, dieser wurde durch die zuständige Kommission der AWMF abgelehnt oder zurückgestellt, z.B. der Antrag der Dt. Gesellschaft für Telemedizin, der Dt. Gesellschaft für Umweltzahnmedizin, der AG Knochentumore und der Dt. Gesellschaft für Gefäßanomalien. Gründe für dieses Entscheidungen waren fachliche Überschneidungen zu anderen Fachgesellschaften, unzureichende nachhaltige wissenschaftliche Tätigkeiten, die kleine „Größe“ (“Subgruppierungen“), zu vordergründige berufspolitische Interessen und der Widerspruch großer Fachgesellschaften.

Anschließend folgten der Bericht der Kommission Bewertung von Medizinprodukten, über Sachstand Digitalisierung des Leitlinienwissens und der Bericht der Sektion In-vitro Diagnostik.

Die folgenden Delegiertenkonferenzen sollen am 06. November 2021, 07. Mai 2022 und am 12. November 2022 stattfinden.

 

Dr. med. Torsten M. Pippig,

Präsident DGLRM e.V., Delegierter und Teilnehmer

 

Anschrift

DGLRM e.V., Niels Adams, Postfach 41 02 04, 50862 Köln

geschaeftsstelle[at]dglrm.de

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